1. Inhaltlicher Rahmen

  • Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen, Qualitätsbereich 2 „Lernen und Lehren“

2. Rechtlicher Rahmen

  • „Die Arbeit in der Grundschule“ (RdErl d. MK vom 1.8.2012 – SVBl 8/2012)
  • „Individuelle Lernentwicklung und Dokumentation“ (13.04.2004 – SVBl. 6/2004)
  • „Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen“ (04.10.2005 – SVBl. 11/2005)
  • „Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung“ (RdErl d. MK vom 01.03.2012 – SVBl 6/2012)
  • „Verordnung zum Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung“ (RdErl d. MK vom 22.01.2013 – SVBl 2/2013)
  • „Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den allgemein bildenden Schulen“ (RdErl d. MK vom 07.05.2013 – SVBl 6/2013)

3. Pädagogische Grundgedanken
Ziel unseres Unterrichts ist es, jedem Kind erfolgreiches Lernen zu ermöglichen und dabei seine Lernfreude zu erhalten. Im Rahmen des ganzheitlichen Lernens soll es so gefördert werden, dass es seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und entfalten kann.

  • Ein sorgfältig durchgeführter Erstunterricht bildet die wichtigste Grundlage, um Schwierigkeiten beim Lernen vorzubeugen.
  • Der Unterricht berücksichtigt den individuellen Entwicklungsstand eines jeden Kindes.
  • Grundsätzlich gilt, den Fehler als Lernchance zu nutzen und Wege von Schülern und Schülerinnen finden zu lassen, um eigene Lösungsstrategien zu entwickeln.
  • Für Kinder mit Lernschwierigkeiten werden Fördermaßnahmen eingeleitet.
  • Für Kinder mit besonderen Begabungen werden zusätzliche Lernangebote bereitgestellt.
  • Die Kinder erleben die Fördersequenzen in einem positiven Lernklima und

- erkennen kleine Lernfortschritte
- haben Erfolgserlebnisse
- finden Lernmotivation und Lernfreude wieder
- stärken ihr Selbstwertgefühl.

4. Ermittlung des Förderbedarfs
Kinder, die bei der Sprachstandsfeststellung vor der Einschulung Defizite zeigen, erhalten in Absprache mit der Kindertagesstätte ein Jahr lang Sprachförderunterricht durch eine Lehrkraft. Während der ersten Schulwochen wird die Lernausgangslage eines jeden Kindes durch gezielte Beobachtung und geeignete Diagnoseverfahren ermittelt. Die Lehrkraft der Grundschule wird dabei unterstützt durch die Lehrkraft der Förderschule (sonderpädagogische Grundversorgung pro Klasse 2 Stunden wöchentlich). Im Laufe der weiteren Schuljahre können im Fach Deutsch die Hamburger Schreibprobe (HSP), der Stolperwörterlesetest und die in den Unterrichtswerken vorgeschlagenen Diagnosearbeiten durchgeführt und ausgewertet werden. Im Fach Mathematik werden ebenfalls die zum Lehrwerk gehörenden Diagnosearbeiten zur Ermittlung des Förderbedarfs herangezogen. Bei Bedarf werden von den Lehrkräften der Grund- und Förderschule individuelle Förderpläne erstellt bzw. Absprachen und Maßnahmen getroffen, die Bestandteil der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung sind.

Dies gilt für folgende Bereiche der schulischen Lernentwicklung:

  • Sprachlicher Bereich (Lesen, Richtig schreiben, mündlicher und schriftlicher Ausdruck, …)
  • Mathematischer Bereich (Mengen- und Zahlvorstellung, Rechenoperationen, Raumlagewahrnehmung, Rechenoperationen, …)
  • Fein- und grobmotorischer Bereich (Schneiden, Malen, Schreiben, Turnen, Schwimmen, Umgang mit Spiel- und Arbeitsgeräten, Rhythmik, Gleichgewicht, …)
  • Konzentration und Ausdauer (Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Sorgfalt, Arbeitstempo, …)
  • Sozial-emotionaler Bereich (sich an Regeln halten, sich zurücknehmen können, Konfliktsituationen bewältigen, mit einem Partner/in der Gruppe arbeiten können, …)

Bei eklatanten Schwierigkeiten beim Lernen (Lese-Rechtschreibschwäche, Verdacht auf Dyskalkulie), beim Konzentrieren oder im sozial-emotionalen Bereich werden die Eltern auf außerschulische therapeutische und diagnostische Möglichkeiten hingewiesen.

5. Organisation der Fördermaßnahmen

Absprachen

  • Die in einer Klasse unterrichtenden Lehrkräfte arbeiten in der Beobachtung der Kinder und in der Absprache über mögliche Fördermaßnahmen eng zusammen.
  • Die Eltern werden kontinuierlich in die Fördermaßnahmen einbezogen.
  • Gespräche mit jedem einzelnen Kind zur Selbsteinschätzung sind für den Erfolg der Maßnahmen wichtig.

Organisationsformen

  • Binnendifferenzierung im Klassenverband
  • Arbeit nach Tagesplan oder Wochenplan, Lernen an Stationen, Lerntheken, Freiarbeit, Einzelförderung im Klassenverband,…
  • Kleingruppen- oder Einzelförderung parallel zum Unterricht durch zusätzliche Lehrerstunden bzw. durch Pädagogische Mitarbeiterinnen
  • Teilnahme am Unterricht einer höheren Klasse
  • Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung

6. Maßnahmen zur Förderung

Im Fach Deutsch:
Maßnahmen, die dazu beitragen, die Lesefreude und das Leseinteresse zu wecken:

  • Einrichten einer Leseecke im Klassenraum / freie Lesezeiten
  • Vorlesen während der Frühstückspause
  • Regelmäßige Buchbestellungen „Gänsefüßchen“ und „Bücherigel“, Verlag an der Este
  • Nutzung von „Antolin“, dem Buchportal zur Leseförderung; www.antolin.de
  • Projekttage zum Thema „Buch“
  • Lesefeste
  • AG-Angebote zum Lesen
  • Lesepaten, z.B. ältere Schüler lesen jüngeren vor
  • Lesemütter
  • Seniorenlesepatenschaften in Klasse 1
  • Lesepatenschaften „Grundschüler lesen im Kindergarten vor“
  • Lesen von mindestens einer Klassenlektüre
  • Buchvorstellung
  • Nutzen der Schulbücherei
  • Besuch der Stadtbücherei
  • Jährliche Teilnahme an der Kinder- und Jugendbuchwoche mit Autorenlesungen

Maßnahmen, die dazu beitragen, Schwierigkeiten im Lesen zu beheben:

  • Langsames und intensives Einführen der Buchstaben im 1. Schuljahr
  • Lesen lernen mit „Marsmännchen“, schnelles Erfassen der Silben (ma, ta, am,..)
  • Lernspiele, die auch mit nach Hause gegeben werden können
  • Individuelle Arbeitspläne auch für die Ferien (Spiele, kleine Bücher, ABs,…)
  • Lesekarten für Zuhause
  • Diagnostik durch Stolperwörterlesetest

Maßnahmen, die dazu beitragen, Schwierigkeiten im Richtig schreiben vorzubeugen bzw. zu beheben:

  • Langsames und intensives Einführen der Buchstaben im 1. Schuljahr mit Hilfe möglichst vieler Sinne
  • Diagnostik durch HSP
  • Zerlegen der Wörter nach Sprechsilben (mit Bögen markieren, Vokale kennzeichnen)
  • Intensive Übungen zur Artikulation und Lautdifferenzierung
  • unterschiedliche Diktatformen (Buchstabendiktat mit Anlautbildern, Dosendiktat, Schleichdiktat, …)
  • Bereitstellen von zusätzlichen Lernmaterialien (Holzbuchstaben, Druckkästen, LÜK, Logico, …)

Für alle Kompetenzbereiche des Faches Deutsch sind folgende Materialien zur Diagnostik und Übung vorhanden:

  • Kartei „Beobachten, fördern und fordern für die Schuljahre 2 bis 4 (Westermann)
  • „Orthografikus“ Bd. 1,2,3 – Kopiervorlagen (Finken Verlag)
  • verschiedene Lernsoftware


Im Fach Mathematik:

  • Langsames und intensives Einführen des Ziffernlehrgangs
  • intensive Übungen zum Umgang mit Mengen (schätzen, 1:1-Zuordnung, Mengenvergleiche) und zu Zerlegungen
  • Rhythmisches Zählen und Gehen
  • Intensive Übungen zur Seitigkeit und Raumlagewahrnehmung
  • Intensive Übungen zur Simultanerfassung und Mengeninvarianz
  • Bereitstellen von Zusatzmaterialien (LÜK, Logico, Kartei „Blitzrechnen“, verschied. mathematische Spiele, …)

Im Fach Sachunterricht:

  • Bei Gruppenarbeit je nach Zielsetzung Einrichtung heterogener oder homogener Gruppen
  • Helfersystem: Wer fertig ist, hilft den anderen z.B. bei Präsentationen

Im Fach Englisch:

  • Möglichkeiten der Evaluation und Selbstevaluation durch

- “Show what you know“
- “Show what you can do”
- Portfolio
- Playway plus

  • Von der zielgerichteten Beobachtung zur individuellen Förderung durch Material für das Lernen an Stationen in EA/PA/GA, z.B.

- Angebote von FliGS/nibis
- Diagnose Box Englisch, Schroedel
- IQSH: Beobachten und Fördern im Englischunterricht der GS u.a.m.

  • Freie Wahl vielfältiger Lernangebote, z.B.

- Lektüren
- Zeitschriften
- Spielmaterial
- Bildwörterbücher u.a.m.
- Logico

7. Überprüfung und Fortschreibung des Förderkonzepts
Auf der Grundlage der Fördererfolge und der jeweiligen Rahmenbedingungen wird regelmäßig eine Anpassung der Maßnahmen vorgenommen.